Hochsensible Kinder


Hallo liebe Eltern,

auf die Seite hochsensible Kinder sind Sie wahrscheinlich deshalb gestoßen, weil Sie vermuten, dass Ihr Kind oder mehrere Ihrer Kinder hochsensibel sind. Hier finden Sie einige Information hinsichtlich der Hochsensibilität von Kindern.

Jedes Kind ist anders

Kinder kommen mit verschiedensten Wesenszügen, Charaktereigenschaften und Fähigkeiten zu uns auf die Welt. Jedes Kind ist einzigartig. Das eine Kind ist motorisch besonders geschickt, ein anderes erlernt schnell die ersten Worte und ein drittes ist vielleicht besonders begabt wenn es darum geht Puzzlestücke zusammenzusetzen. Es gibt Kinder, denen es nicht hektisch genug zu gehen kann und es gibt Kinder, die schnell erschöpft sind und Ruhepausen brauchen. Manche Kinder haben unentwegt Hunger, andere tun sich mit körperlicher Nähe schwer. Manche benötigen Hilfe in Form von Sprachtherapie. Wenn man versucht, all die individuellen Besonderheiten der Kinder in allgemeinere Beschreibungen ihrer Person zu heben, so lassen sich für bestimmte Phänomene Gruppen bilden. Man kann dann von den Draufgängern sprechen, den ruhigen Kindern, den hochbegabten und vielen anderen übergeordneten Gemeinsamkeiten. Der Versuch, Kinder nach allgemeineren Kriterien in bestimmten Gruppen zu "kategorisieren" ist natürlich nicht ohne Risiken. Zu schnell finden die individuellen Eigenschaften des einzelnen Kindes - das einzigartige - keine Beachtung mehr und man läuft Gefahr, den ganz persönlichen Bedürfnissen des Kindes nicht mehr gerecht zu werden. Und doch ist es eine Chance, wenn man Namen für bestimmte Gemeinsamkeiten findet. Wenn man etwa zu dem Schluss kommt, dass das eigene Kind nach allgemeinem Verständnis hochbegabt ist, lässt sich die Gestaltung des kindlichen Umfelds mit Rücksicht darauf ausrichten. Vielleicht benötigt das Kind etwas mehr Zuwendung, möglicherweise sind soziale Belange zu fördern oder Herausforderungen für das Kind zu schaffen. Vielleicht bietet ja die Aufgabe des Haltens eines Haustieres eine Chance, man könnte Katzenbabys kaufen oder dergleichen. Alleine durch die Benennung und mutmaßliche Zugehörigkeit in eine Gruppe vergleichbarer Kinder eröffnet sich eine Vielfalt an Möglichkeiten des Austausch, der Informationsbeschaffung, des Findens Gleichgesinnter. So verhält es sich auch mit dem Stichwort Hochsensibilität. 

Das hochsensible Kind

Die Umwelt ist voller Reize. Bildschirme, Lichter, Straßenverkehr, Musik, Lärm, Gerüche, Stimmen, verschiedenste Eindrücke strömen auf uns alle ein. Die meisten Menschen haben funktionierende Filter, welche die Vielzahl von Reizen bearbeiten und in Ihrer Intensität abschwächen. Vielen Menschen gelingt es, sich während einer Unterhaltung im Straßen-Cafe auf ihr Gegenüber zu konzentrieren und andere Stimmen und Geräusche allenfalls gedämpft wahrzunehmen. Hochsensible Menschen haben diese Filter nur bedingt. Sie nehmen deutlich mehr Eindrücke wahr und empfinden die vielfältigen Reize stärker. Ein hochsensibles Kind hat damit nicht nur ein besonderes Erleben, sondern läuft auch stets Gefahr, mit den Reizen überflutet zu werden. Der besonderen Fähigkeit hochsensibler Kinder steht die potentiell krankmachende Belastung durch Überreizung gegenüber. In unserer heutigen Zeit wird einer bemerkenswerten Feinfühligkeit neben dem Wunsch nach Flexibilität, Belastbarkeit und Leistung wenig Raum gegeben.

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wird neben dem Begriff Hochsensibilität auch der Begriff Hochsensitivität verwendet. Es gibt mehrere hochsensibel Test im Internet, diese können auch bezüglich hochsensibler Kinder sinngemäß angewandt werden.


Herausforderungen für das hochsensible Kind

Hochsensible Kinder stehen vor der Herausforderung, dass sie ihre Hochsensibilität oftmals (noch) nicht verstehen. Vielleicht merken sie unbewusst, dass sie anders als ihre Spielgefährten sind. Worin sie sich unterscheiden, ist ihnen indes nicht klar. Und sie wissen oftmals auch nicht, ob sie etwas falsch machen oder gar „falsch“ sind. Aus diesem Gefühl heraus fühlen sich nicht wenige hochsensible Kinder unerwünscht. Es fällt hochsensiblen Kindern tendenziell schwer, sich in Spielgruppe, Kindergarten oder Schule zu integrieren. Das kann dazu führen, dass sie abseits stehen, alleine spielen oder mit wenigen ausgewählten Freunden und sich von der größeren Zahl der Kinder und Erwachsenen nicht verstanden fühlen. Sie wirken dann schüchtern und unglücklich.

Lebensgestaltung für ein hochsensibles Kind

Es ist wichtig für ein hochsensibles Kind, die eigene Sensibilität zu erkennen. Das fällt mit zunehmendem Alter leichter. Soweit es dem Kind gelingt, die Hochsensibilität anzunehmen und für das eigene Leben zu berücksichtigen, wird der Ausgleich von Belastungen des Alltags und persönlichen Grenzen immer besser funktionieren. Auf dem Weg des hochsensiblen Kindes zum Jugendlichen und jungen Erwachsenen erscheint es als förderlich, wenn die hochsensible Person den Blickwinkel wendet und versucht die vermeintlichen Nachteile in ihre positiven Aspekte umzudeuten.